Historischer Überblick

Die Allerersten Anfänge

Anthropologen vermuten, dass prähistorische Menschen auf der Suche nach neuen Nahrungsquellen die einheimischen Teebäume in den Wäldern von Yunnan entdeckten und erkannten, dass diese Blätter eine Quelle belebender Energie waren. Nachdem sie gelernt hatten, Wasser zu kochen, experimentierten sie höchstwahrscheinlich damit, Teeblätter und andere Pflanzenteile in kochendes Wasser zu geben, um daraus dann verschiedene kräftige, bittere Aufgüsse zu brauen.

Tee in China, Japan und Tibet

1766 – 1050 v. Chr.

1122 – 256 v. Chr.

221 – 210 v. Chr.

206 v. Chr. – 220 n. Chr.

220 – 589 n. Chr.

618 – 907 n. Chr.

614 n. Chr.

815 n. Chr.

960-1279

1191

1271 – 1368

1368 – 1644

1644 – 1911

Tee im rest der Welt

Die Zeit der Qing Dynastie war auch die Zeit, in der der Handel mit Europa China zur weltweit führenden Handelsnation machte. Obwohl es die Portugiesen sind, die als Erste Tee, Gewürze und Porzellan nach Portugal bringen, sind es die niederländischen Händler, die im frühen 17. Jahrhundert den Brauch des Teetrinkens im Westen etablieren.

1610

Tee erreicht Den Haag

Die erste Ladung chinesischer Tees erreicht Den Haag.

1650

Tee erreicht Deutschland

1662

Tee wird zum Trendgetränk Englischer Damen

Charles II. heiratet Katharina von Braganza, Prinzessin von Portugal und Teeliebhaberin, und Tee wird zum angesagten Getränk der englischen Damen. Wie die Niederländer fügen sie ihrem Tee Milch, und zusätzlich Zucker hinzu. Der Zucker verstärkt die belebende Wirkung des Tees noch zusätzlich.

1669

Britisch Ostindien-Kompanie

England gewährt einer Gruppe von Kaufleuten das Monopol auf den englischen Handel im Fernen Osten. Im Jahr 1684 laufen die ersten Schiffe der neuen Britisch Ostindien-Kompanie (EIC) im Hafen von Whampoa ein und erhalten von den Chinesen die offizielle Genehmigung, Tee direkt zu kaufen. Die Chinesen verweigern ihnen jedoch die Einreise auf chinesisches Territorium. In den folgenden 150 Jahren besitzt die EIC das Exklusivrecht, chinesischen Tee nach England zu importieren.

1670

Tee erreicht die USA und Frankreich

Erste Erwähnung von niederländischem Tee in der Kolonie Massachusetts.

Nachdem die Niederländer die Teekultur übernommen hatten, begann auch die französische Oberschicht, Tee zu trinken.

1723

Tee erreicht Skandinavien

16. Dezember 1773

Boston Tea Party

1776

Handel mit Opium

Die Briten sind stark vom chinesischen Tee abhängig geworden, also beginnen sie, in China einen Markt für Opium zu schaffen. Mit ihren Einnahmen aus dem Opiumverkauf gleichen sie dabei die Ausgaben für den Teekauf aus.

Da China nicht in der Lage ist, die Droge zu verbieten, ordnet der Kaiser die Vernichtung riesiger Mengen britischer Opiumvorräte an.

1823

Enteckung der Assam Pflanze

Bereits seit mehreren Jahren kursieren Gerüchte, dass die dort ansässigen Singpho-Stämme im Nordosten des Assam-Tals (Indien) wilde Teepflanzen entdeckt hätten. Im Jahr 1823 bestätigt sich dieses Gerücht, und Samen werden nach England geschickt. Sie werden analysiert und als eine andere Teepflanzenart identifiziert – und daher als minderwertig eingestuft. Erst Jahre später wird den Briten klar, dass sie diese Pflanze einfach nicht als das erkannt hatten, was sie war: eine andere, in Assam heimische Teepflanzenart.

1834

Ende des Monopols

Die Krone bricht das Monopol und die EIC sucht verzweifelt nach einem Ort, an dem sie Tee anbauen und alle Aspekte der Produktion kontrollieren kann.

1839 – 1842

ERster Opium Krieg

Die britischen Vergeltungsmassnahmen als Reaktion auf die Vernichtung riesiger Mengen britischer Opiumvorräte lösen den ersten Opiumkrieg aus.

Am Ende verliert China und muss mit der Zwangsunterzeichnung des Vertrags von Nanjing den Engländern das Eigentumsrecht an der Kolonie Hongkong, sowie freie Handelsrechte in allen chinesischen Häfen gewähren.

1847

Der durchbruch in Assam

Erst mit der Ankunft von George Williamson beginnen die Engländer, sich mit dem Teeanbau in Assam vertraut zu machen. Williamson setzt sich dafür ein, alle chinesischen Teesträucher aus den Teegärten zu entfernen und durch gezüchtete Assam-Teesträucher zu ersetzen. Von diesem Zeitpunkt an blüht die englische Teeindustrie in Assam auf.

Die Briten beginnen, diese Sorten zu kreuzen, und erschaffen so den modernen „Assam-Strauch“.

1856–1860

Zweiter Opiumkrieg

Nach dem Ersten Opiumkrieg stagnierten die Exporte nach China. Die britische Regierung machte die Qing-Regierung für den Rückgang der Exporte verantwortlich und versuchte, den Vertrag von Nanjing erneut mit militärischen Mitteln zu revidieren. Ziel war es, den Opiumhandel zu legalisieren und das chinesische Hinterland jenseits der Vertrags-Häfen für britische Exportinteressen zu öffnen.

Der Krieg endete mit dem Vertrag von Peking, dessen Bedingungen für die Westmächte äusserst günstig waren.

1878

Teegärten werden in Java angelegt

Der Erfolg der Engländer in Indien veranlasst die Niederländer, Stecklinge des Assam-Teestrauchs auf die Insel Java zu importieren und anzupflanzen. Nach etwa 45 Jahren mässiger Erfolge beim Anbau, erwies sich der Assam-Strauch endlich als Erfolg.

Mid-1880

Teegärten werden in Malawi angelegt

1884

Robert Fortune

Die Briten beauftragen den schottischen Botaniker Robert Fortune, der daraufhin inkognito in die Provinz Fujian reist, um Teepflanzen zu sammeln und die chinesischen Methoden zur Herstellung von grünem und schwarzem Tee zu erlernen. Es gelingt ihm, Teestecklinge, technische Informationen und mehr als 80 chinesische Teespezialisten aus China nach Indien zu schmuggeln.

Fortunes Pflanzen und Samen werden in die Region Darjeeling geschickt, wo sie durch reines Glück im kühlen Klima der Höhenlage gut gedeihen.

1900

Untergang der chinesischen Teeindustrie

Mit dem Anbruch der Moderne kommt es zu weiteren Veränderungen in der Welt des Tees.

Die von Kamelen gezogenen Teekarawanen in die Mongolei und nach Sibirien finden mit der Fertigstellung der Transsibirischen Eisenbahn ihr Ende.

Die Importe von chinesischem Tee, die einst 90% aller Teekäufe ausgemacht hatten, schrumpfen aufgrund der grossen Teemengen aus Indien auf 5% pro Jahr. Dieser Verlust stürzt die chinesische Teeindustrie in eine Krise, von der sie sich erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts wieder erholen soll.

Teeplantagen in Afrika

Die grossen Teeplantagen in Afrika entstehen kurz vor und nach der Wende zum 20. Jahrhundert in Ostafrika sowie im östlichen Teil Südafrikas – in den Kolonien Portugals, der Niederlande und Grossbritanniens.

1903

Teesamen aus Assam werden in Kenya angepflanzt

1930

Teesamen aus Assam werden in Tanzania angepflanzt


Quellen

1 The Story of Tea: A Cultural History and Drinking Guide – Mary Lou Heiss, Robert J. Heiss

2 Wikipedia: Zweiter Opiumkrieg

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Teezeit