Die Teepflanze

Die Teepflanze oder Camellia sinensis ist ein immergrüner Baum oder Strauch und gehört zur Gattung der Kamelien2. Ihr Ursprung liegt im Grenzgebiet von Yunnan (Südwestchina), Nordvietnam, Nordlaos, Nordmyanmar und Assam (Nordindien). Vom Ursprungsgebiet aus wurde die Teepflanze durch den Menschen innerhalb China und in weiteren Teilen der Welt verbreitet.

Heute ist der Begriff „Teepflanze“ ein Sammelbegriff für mehrere Gattungen von Camellia sinensis:

  • Camellia sinensis var. sinensis (China-Busch)
  • Camellia sinensis var. assamica (Assam-Busch)
  • Camellia sinensis var. cambodi, auch bekannt als Camellia assamica subsp. lasiocaly (Java-Busch)6

Im chinesischen wird auch oft von Xiao Ye Zhong „Klein-Blatt-Sorte“ (var. sinensis) und Da Ye Zhong „Gross-Blatt-Sorte“ (var. assamica) gesprochen.

Habitat und Klima

Die Pflanze bevorzugt warme und feuchte Gebiete, die auch trockenere und kühlere Perioden durchlaufen. Unbeeinflusst können die Pflanzen bis zu sechs Meter hoch werden, ein wilder Teebaum je nach Varietät und Klima sogar bis zu 15 Meter oder grösser. Um die Ernte zu vereinfachen, werden die Pflanzen in vielen Teegärten jedoch auf einen etwa ein Meter hohen Busch zurückgeschnitten. In intensiv bewirtschafteten Gärten ist es zudem üblich, die Pflanzen nach 30 – 50 Jahren durch neue zu ersetzen, um weiterhin einen hohen Ertrag zu erzielen und die gewünsche Qualität zu gewährleisten1.

Diese Teepflanze gedeiht am besten an kühlen, nach Süden ausgerichteten Berghängen in Höhenlagen von 2.000 bis 300 Metern. Sie hat eine kurze Vegetationsperiode und bringt zarte, feine Blätter hervor, die oft einen geringeren Tanningehalt aufweisen. Der China-Busch wächst als Strauch (1–3 m) mit geraden, knorrigen, aufrecht stehenden Zweigen, die aus der Basis der Pflanze emporragen. Er hält Frost bis zu einer Tiefe von 15 cm im Boden stand. Lässt man ihn frei wachsen, entwickelt er eine kuppelförmige Wuchsform. Der China-Strauch hat feste Erntezeiten, wobei pro Jahr nicht mehr als 4–5 Ernten stattfinden. Der Neuaustrieb besteht aus aufrecht stehenden, hellgrünen, elliptischen Blättern, die die klassische Anordnung von zwei Blättern und einer Knospe aufweisen.

China-Busch findet sich überall in China, in Japan, Taiwan und vereinzelt in Südostasien, sowie im Himalaya (Darjeeling).6

Diese Teepflanze gedeiht am besten unter dschungelartigen Bedingungen auf nährstoffreichen, lehmigen und leicht sauren Böden. Hohe Luftfeuchtigkeit, eine jährliche Niederschlagsmenge von 254 cm und eine Durchschnittstemperatur von 29 °C sorgen für üppiges Wachstum. Der Assam-Busch gleicht einem kleinen Baum (10–15 m), der von einem markanten Stamm getragen wird und eine verzweigte Krone aufweist. Seine Blätter sind gross, elliptisch, zwischen 10–20 cm lang und 4–8 cm breit, glänzend und mit ausgeprägter Blattaderung. Bei intensiver Düngung kann der Assam-Busch oft das ganze Jahr über alle 10 Tage geerntet werden.6

Diese Teepflanze gedeiht in tropischen, rauen und oft bergigen Anbaugebieten. Sie ist ein naher Verwandter des Assam-Buschs und weist viele Ähnlichkeiten mit diesem auf, gilt jedoch aufgrund ihres einzigartigen Wuchs- und Blühverhaltens als Unterart. Der Java-Strauch kommt in Regionen Südostasiens vor, insbesondere in Indonesien. Sein Ertrag ist weniger zuverlässig als der des Assam-Strauchs und stark klimaabhängig.6

Varietäten und Kultivare

Büsche für neue Teeplantagen wurden lange Zeit immer aus Teesamen gezogen. Die einzelnen Teesamen sind genetisch unterschiedlich und somit verfügt jede Pflanze über andere kleine Eigenheiten. Über die Jahrhunderte sind somit eine Vielzahl von verschiedenen Teepflanzenvarietäten entstanden, die sich fortlaufend auf natürliche weise den lokalen Bedingungen angepasst haben.

Seit neuerer Zeit werden neue Teepflanzen hauptsächlich vegetativ, das heisst durch Stecklinge, vermehrt. Die Pflanzen sind somit genetisch identisch, was dazu führt, dass die Blätter von ähnlicher Grösse und Konsistenz sind. Durch gezieltes Züchten können so bestimmte Eigenschaften einer Pflanze verstärkt oder reduziert werden. Bei dieser Art von Pflanzen spricht man dann oft von Kultivaren.

Was die Namensgebung angeht, so haben die Varietäten und Kultivare an sich dann entweder einen wirklichen Namen (oft auch mit Nummer) oder sind nach dem jeweiligen Ort oder Provinz benannt. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Pflanzen kann sich einerseits auf rein geschmacklicher Ebene ausdrücken oder andererseits auf wirtschaftlicher Ebene, wenn die Pflanze effizienter oder wiederstandsfähiger wird.

Welche Varietäten(gruppe) und Kultivare trinke ich wohl am Meisten?

Asanoka Asatsuyu Bai Ji Guan Bai Ye 1 Hao Ba Xian BB157 Cai Cha Camellia crassicolumna Chang Ye Bai Hao Da Bai Da Li Cha (taliensis) Da Ye Zhong (assamica) Dayezhong Shaiqing Fengqing Da Ye Fu Ding Da Bai Fu Xuan 9 Hao Hong Xin Tie Guan Yin (Rotes Herz) Huang Jin Gui (Golden Osmanthus) Huang Mei Gui (Yellow Rose) Jin Xuan Lao Chuan Cha Lao Long Jing Long Jing 43 Mei Zhan Mi Hua Xiang Mi Lan Xiang Okumidori Qiao Mu Da Ye Zhong Qiao Mu Xiaoyezhong Qing Xin Qing Xin Da Mao Qing Xin Da Pang Qi Zhong Qunti Zhong Ruan Zhi Wu Long Saemidori Sayamakaori Shui Xian Si Ji Chun (Vier Jahreszeiten Frühling) Tie Luo Han TTES No. 18 (Hong Yu) TTES No. 21 (Hong Yun) Xiao Ye Zhong (sinensis) Xue Ya 100 Hao Yabukita Yun Kang 10 Yun Nan Da Ye Zhong Zheng He Da Bai Zhong Ye Zhong

Lebens- und Erntezyklus

Eigene Illustration des Lebens- und Erntezyklus

Auch wenn die Teepflanze ihre Blätter das ganze Jahr über behält, durchläuft sie einen Jahreszyklus. Dieser kann sich von Region zu Region unterscheiden und besteht aus wechselnden Wachstums- und Ruhephasen, an denen sich auch die Erntezeiten orientieren.

Im Winter durchläuft die Pflanze eine besonders lange Vegetationsruhe. Anfang Frühling beginnt dann die Wachstumsphase und die Pflanze produziert neue Blätter. Die ersten Blätter im Frühling gelten als besonders reich an allen gewünschten Inhaltsstoffen und die Ernte von Anfang März bis Mitte Mail liefert äusserst wertvolles Pflückgut, auch oft als First Flush bezeichnet.

Nach der ersten Ernte beginnt die Teepflanze oft gleich wieder zu spriessen, die Blätter wachsen in den warmen Sommermonaten besonders rasch. Je nach Zielsetzung und Region wird dann auch im Sommer der Second Flush geerntet. Die rasch gewachsenen Blätter sind jedoch weniger wertvoll, was die Inhaltsstoffe angeht und werden oft für einfache Alltagstees oder in der Massenproduktion verwendet.

Im Herbst, von September bis November, durchläuft die Pflanze wieder eine ruhigere Phase mit verlangsamtem Wachstum. Je nach Region wird im Herbst dann der Autumn Flush geerntet, bevor die Pflanze im Winter wieder in die Vegetationsruhe geht und keine neuen Blätter mehr produziert.

Aus welchen Ernten setzt sich meine Teesammlung wohl zusammen?

Frühling (55) Herbst (8) Sommer (9) Winter (4)

Quellen

1 Gong Fu Cha: Tee als Handwerkskunst und das bewusste Geniessen – T. Wagner-Lange, M. K. Grünig, J. Gmür-Stalder

2 https://de.wikipedia.org/wiki/Kamelien

3 https://laenggasstee.ch/teewissen/die-teepflanze

4 Seasonal Traditions: A Guide to Tea Harvest Dates

5 Tea Soup: Episode 2 – A History of Fuding White Tea (Podcast)

6 The Story of Tea: A Cultural History and Drinking Guide – Mary Lou Heiss, Robert J. Heiss


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